Die Veranstalter haben sich entschlossen, den Veranstaltungsort der für August 2011 geplanten Seefestspiele mit Mozarts "Zauberflöte" zu verlegen, von Potsdam an den Berliner Wannsee, der nur 9 km Luftlinie vom Potsdamer Hauptbahnhof entfernt ist.
Dafür gibt es sowohl strukturelle als auch künstlerische Gründe.
Die strukturellen Gründe liegen vor allem im Bereich des Naturschutzes. Für den Veranstalter war es stets das Ziel, ein Festspiel mit einem einzigartigen Einklang von Kultur und Natur zu gründen und für die Zuschauer ein Erlebnis zu schaffen, an dem sie große Freude haben. Dies scheint aufgrund der anhaltenden Poteste aus dem Naturschutz nicht mehr gewährleistet, obwohl man entsprechende Auflagen erfüllt hätte. Der Veranstalter will nicht länger die Natur gegen die Kultur stellen. Die Stadtverwaltung Potsdam hatte nach intensiven Vorgesprächen im November 2010 dem Veranstalter vor dessen erster Pressekonferenz noch schriftlich bestätigt, dass auf der Potsdamer Halbinsel Hermannswerder im Templiner See auch im Bereich des Naturschutzes "keine Sollbruchstellen erkennbar seien, die gegen eine grundsätzliche Genehmigung des Projektes sprechen". Der geplante Veranstaltungsort ist Teil eines sehr belebten Schulhofes, auf dem Wasser finden regelmäßig Segelregatten statt, der schmale, geschützte Schilf- und Seerosengürtel zwischen Zuschauertribüne und schwimmender Seebühne sollte absprachegemäß komplett unberührt bleiben. Ende Dezember und ab Januar rückte die Stadtverwaltung aber von ihrer Haltung ab, auch unter Druck einzelner Naturschutzverbände. Obwohl dem Veranstalter die Genehmigung für April in Aussicht gestellt wurde, ist der Abschluss des Verfahrens bis heute offen.
Der Veranstalter gibt nun aus künstlerischen wie aus Naturschutzgründen dem Standort Wannsee am südlichen Ende des Strandbades Wannsee den Vorzug, um auch Planungssicherheit für knapp über 5.000 Besucher aus ganz Deutschland, die bereits Karten gekauft oder reserviert haben, zu gewährleisten. Damit wird eine weitere Verunsicherung des Publikums beendet und die Durchführung der Veranstaltung jetzt sichergestellt. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass sich im Januar 2011 die Stadtverwaltung Potsdam unter anderem gezwungen sah, eine von ihr bereits im September 2010 erteilte Baugenehmigung für anderes größeres Vorhaben wieder zurückzunehmen.
Das zwischen November 2010 und Februar 2011 entwickelte künstlerische Konzept von Katharina Thalbach sowie das Bühnenbild von Momme Röhrbein, welches heute vorgestellt wurde, kommen am Wannseeufer darüber hinaus erheblich besser zur Geltung. Das Bühnenbild braucht um sich herum Weite, Klarheit und Großzügigkeit, mit dem freien Blick über den Wannsee, um optimal zur künstlerischen Wirkung zu kommen. Diese Weite, Klarheit und Großzügigkeit ist so in Potsdam nur eingeschränkt vorhanden.
Daneben können am Wannsee die Vorstellungen zum größeren Teil später beginnen, was noch mehr künstlerische Möglichkeiten für die Lichtgestaltung bietet. Beginn ist nun zur Premiere sowie freitags und samstags um 19.30 h sowie wochentags und am Sonntag um 18.30 h. Hinzu kommen die bessere Erreichbarkeit des Wannsees von Berlin aus, direkt vom nur 800 m entfernten S-Bahnhof Nikolassee, sowie günstigere Zukunftsperspektiven für die Entwicklung der Seefestspiele in den nächsten Jahren.
Alle bereits verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit sowie den exakten Sitzplatz, da dieselbe Zuschauertribüne errichtet wird. Auch das Publikum aus Potsdam und Brandenburg ist am Wannsee herzlich willkommen. Eintrittskarten sind an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.deag.de erhältlich.